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ArGe-Sommerschule 2018 startet Projekt Lektüre zum Epochenbruch 1914-1918 und zur Vorgeschichte
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Gestartetet: 10. 10. 2018 | Bearbeitet am: 10. 10. 2018 | Bearbeitung: m.f. Kontakt: fochlermuenchen@gmail.com

Bauer, Franz. J. Die Regierung Eisner 1918/19. Ministerratsprotokolle und Dokumente. Droste Verlag Düsseldorf 1987. 486 Seiten.

Vorstellung des Autors: Franz J. Bauer (* 27. März 1952), Historiker, Habilitation 1989 in Regensburg (Familienbiographische Untersuchungen zum deutschen Bürgertum im 19. Jahrhundert).
Das vorgestellte Buch – Weitere Veröffentlichungen: Die Regierung Eisner 1918/19. (Bearb., = Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. 1. Reihe: Von der konstitutionellen Monarchie zur parlamentarischen Republik. Bd. 10), Düsseldorf 1987, ISBN 3-7700-5138-6. Das umfangreiche Werk (Einleitung: 105 S. Protokolle: 406 S., Dokumente u. Register 80 S.) ist schwer erhältlich.
Das „lange“ 19. Jahrhundert: Profil einer Epoche. Stuttgart 2004, ISBN 3-15-017043-5; 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage Stuttgart 2010; 4., durchgesehene und aktualisierte Auflage Stuttgart 2017, ISBN 978-3-15-018770-8. Siehe auch Rezension in: http://www.sehepunkte.de/2004/06/6126.html
Kurze Zusammenfassung des Inhalts: Einleitung: Bauer konstatiert, dass der Übergang der Staatsgewalt auf die revolutionären Kräfte sich klar mit dem Zeitpunkt bestimmen lasse, an dem das alte Regime mit der Münchner Garnison das letzte und äußerste Mittel zur Ausübung staatlicher Gewalt an die revolutionäre Bewegung verloren habe.
Ministerratsprotokolle: Belegen, mit welchen praktischen Aufgaben die Regierung beschäftigt war, wie sie – nicht ohne Probleme und nicht ohne Erfolge – versuchte, den Fortgang der unentbehrlichen Leistungsverwaltung zu gewährleisten und den revolutionären Kräften Einfluss zu verschaffen.
Dokumentenanhang: Herauszuheben zwei Texte, die die Wahlniederlage verarbeiten. Am 20. Februar 1919 vor dem „Kongress der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte“ und sodann der von Felix Fechenbach am 6. März 1919 publizierte Texte „Kurt Eisners nicht gehaltene Rede“ hervor. Der Text sollte – so Fechenbach – „eine offizielle Erklärung der Regierung“ sein, weswegen Eisner sie „in der Nacht von 20. Auf den 21. Februar schriftlich niedergelegt“ habe.
Begründung für die Lektüre: Die Diskussion von 1918 steht im Schatten der Niederlage von 1919. Die theoretische und politische Leistung der Regierung Eisner, die vom unblutigen Umsturz des alten Regimes bis zu Eisners Ermordung am 22. Februar 1919 dauert, gerät aus dem Blick. Diese Leistung kann unter den Stichworten Demobilisierung der Truppen, Lösung von Versorgungsproblemen, allgemeines Wahlrecht, rechtsstaatliche Verfassung und in Räten gefasste Massenbewegung angedeutet werden.
Bezug zum Stand der Diskussion: Von besonderem Interesse für Theoriebildung und Strategiediskussion ist das Buch, weil es belegt, dass Eisner die Räte als Ergänzung und Gegengewicht zur repräsentativen Demokratie ansah, das diese Strategie angesichts der enormen Problem der Zeit erfolgreich praktikabel war, und auch, dass Eisner nach der verheerenden Wahlniederlage der revolutionären Kräfte noch eine Chance sah, durch Verbindung von parlamentarischer Opposition und Aktionen der Rätebewegung mit der Zeit „die Massen“. Nicht nur die Theorie und Praxis der politischen Korodination von Arbeiter- und Volksbewegungen mit rechtlich geordneter Demokratie berührt aktuelle Fragen. Der Gang der Ereignisse zeigt auch, was der Terror gegen einzelne Personen anrichten kann.
Kontakt: fochlermuenchen@gmail.com
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Dem Quelldokument zugeordnete Kategorie/n: LLE-InArbeit